Mompreneur – der Spagat zwischen dem Mama-Dasein und dem Business-Leben


Windeln wechseln, kurz die Emails beantwortet, noch schnell die Babysitterin die Tür reingelassen und direkt wieder zum nächsten Termin die Tür hinausgestolpert – so sieht momentan mein Leben aus. Allerdings wollte ich es so! Ich habe es freiwillig so gewählt und würde es auch nicht anders haben wollen. Klar, nervt mich der Stress manchmal, aber irgendwie würde mir ohne meine stetig wachsende To Do Liste und Handyerinnerungen auch etwas fehlen.


Ich bin gerne Mama und bin gerne für meine Kinder da. Ich möchte mich für sie aufopfern, ich möchte an ihrer Erziehung teilhaben und sehen wie sie aufwachsen. Nichtsdestotrotz möchte ich nicht nur 100% Vollzeit-Mama sein. Mir ist auch wichtig, mich selbst zu verwirklichen. Mir war klar, dass ich als selbstständige Unternehmerin mein Business aufgrund von Nachwuchs nicht auf Eis legen möchte.


Ich möchte mich weiterhin um mein anderes Baby (mein Unternehmen) kümmern – immerhin war es schon vor den Kindern da. Ich möchte an Meetings teilnehmen, mich weiter selbst verwirklichen und meinen beruflichen Traum leben.


Aber gerade dieser Spagat, zwischen Familienleben, der Rolle als Mutter und Partnerin, und Geschäftsleben, als Unternehmerin, macht den Alltag manchmal besonders schwierig.

Die alltäglichen Herausforderungen in einer Familien gleichen nahezu einem eigenen Unternehmen: hier müssen Produkte beschafft werden (Lebensmittel, Windeln und Co), es muss sich um die Reiseplanung gekümmert werden (wann müssen die Kinder wo abgeholt werden um zum Beispiel von der Schule zum Tanzunterricht gefahren zu werden), es müssen Meetings abgehalten werden (Familienstammtisch, Hausaufgabenkontrolle und Wochenplanung)… Solch ein „Unternehmen“ zu führen, kostet viel Zeit und Energie. Da frage ich mich manchmal, bleiben da überhaupt noch genug Ressourcen um auch noch ein weiteres Unternehmen zu führen?


Meine Antwort: Ja! Aber nur mit einigen Routinen, Unterstützung und Disziplin.

Dennoch kommen einem oft Zweifel, ob man alles schaffen kann oder ob man genug für seine Kinder da ist. Gerade deswegen ist „Quality Time“ ein sehr wichtiges Stichwort. Denn die Zeit, die ich mit meinen Kindern habe, möchte ich so intensiv und ungestört nutzen, ohne mich von etwas anderem ablenken zu lassen oder unterbrochen zu werden.


Aber um ein ruhiges Gewissen zu haben und ohne ständig das Gefühl zu haben etwas zu vergessen, haben mir folgende Regeln geholfen:


1. Familienplanung

Jeden Sonntag setzen wir uns zusammen, an unseren Familienstammtisch, und planen die nächste Woche. Außerdem schauen wir bereits ein bis zwei Wochen voraus, damit wir frühzeitig Änderungen im Arbeitsplan von meinem Mister ggf. anpassen können. Wir planen an diesem Stammtisch, wer sich um die Logistik von den einzelnen Terminen unserer Kinder kümmert, wer zum Beispiel zum Arzt mit unserem Sohn fährt, oder wer welche Aufgaben in der jeweiligen Woche hat und was dringend erledigt werden muss – wie zum Beispiel die steuerliche Anmeldung unseres Hundes. So haben wir alle auf dem Schirm was der andere macht und da zwei Köpfe mehr denken als nur eine, ist die Fehlerquote, bzw. die „Vergessenheitsquote“ geringer als wenn nur ein Kopf mitdenkt. Man kann sich relativ sicher sein, dass etwas nicht vergessen wird, wie zum Beispiel, dass man noch bei der Krankenversicherung anrufen muss wegen der Zahnspange der Kleinen oder zum Beispiel muss der Sohnemann noch im Kindergarten angemeldet werden.


2. Hilfe holen

Es ist nicht verkehrt, sondern eher geradezu notwendig, sich externe Hilfe zu holen. In meiner Situation ist es unabdingbare. Die Hilfe kann zum Beispiel jemand aus der Familie sein, wie Schwiegermutter, Schwester oder Tante. Aber vielleicht sind es auch Nachbarn oder Freunde. Oder eine externe Hilfe, die gegen eine finanzielle Gegenleistung hilft, wie eine Haushaltshilfe oder Babysitter. Ich kann es nur empfehlen, sich professionelle Unterstützung zu holen, damit man sich während dieser Zeit komplett auf seine eigenen Sachen kümmern kann. Denn wenn man nur halbaufmerksam an etwas arbeitet, schleicht sich oft der Fehlerteufel ein und man fühlt sich viel eher gestresst. Ganz simpel schafft man auch einfach nicht so viel, und die Erledigung der Aufgaben dauert einfach viel länger. Ich würde sogar so weit gehen, dass das ewige hin und hergerenne zwischen zwei Aufgaben schnell zum Mama-Burnout führt – weil man sich einfach nicht ungestört auf eine Sache konzentrieren kann. Dann lieber für 3 Stunden einen Babysitter holen und effizient arbeiten und danach das Gefühl haben, man hat was geschafft.


3. Zeit nutzen

Der frühe Vogel fängt den Wurm… Dieses Sprichwort kennt jeder – aber so kitschig es sein mag, es ist einfach wahr! Damit ich mehr Zeit für mich selbst habe, stehe ich vor meinen Kindern auf. Ich stehe gegen 5 Uhr auf und kann so zum Beispiel Sport machen oder Emails beantworten, die ich am Vortag nicht geschafft habe. Genauso terminiere ich Anrufe in die Zeit während mein Baby einen Mittagsschlaf hält – klappt oft, aber nicht immer. Habe schon einige Zoom Calls gemacht, während ich hüpfend das Baby in den Schlaf wiege – but hey, this is 2021. Beides zu vereinbaren geht eben nicht immer nach Norm und dafür muss mein Gegenüber Verständnis haben.

Ansonsten gibt es auch den ein oder anderen Abend, an dem ich nach Feierabend – also wenn die Kinder im Bett sind – ein paar Aufgaben erledige. Wichtig ist mir aber, dass ich mir am Abend Zeitlimits setze, denn für meinen Kopf gibt es nichts Schlimmeres, als den Laptop zuzuschlagen und dann direkt ins Bett zu gehen. Da herrscht einfach noch zu viel Achterbahn in meinem Kopf und ich brauche etwas Zeit um runterzukommen. Und die Biologie des Körpers darf man hierbei nicht vergessen, wenn wir auf einen Bildschirm starren, wird kein Melatonin ausgeschüttet, welches unserem Körper sagt, dass jetzt Schlafenszeit ist.


4. Organisation

Organisation ist in allen Bereichen sehr wichtig. Das beginnt bei der wöchentlichen Familienplanung und endet bei der persönlichen To Do Liste. Da ich ständig immer einen neuen Gedankenblitz habe, muss ich diesen auf Papier bringen bevor er in Vergessenheit gerät. Dafür habe ich immer einen Block parat und einen Korb im Eingangsbereich, in den ich meine losen Zettel reinwerfen kann. Diesen Korb nenne ich Paperstation und vielleicht kennt der ein oder andere dazu die gleichnamige Podcast-Episode bei „Einmal Ordnung, bitte.“


5. Be prepared for the unprepared

Einige Malheure in der Vergangenheit haben mich etwas Wichtiges gelehrt: Immer für alles vorbereitet zu sein. Sei es dem unendlichen Appetit meines Babys, vollen Windeln oder einem spontanen Business Meetings. Deswegen habe ich immer in meinem ABC Rucksack Wechselwäsche, Babynahrung, Spielzeug und Co für den Nachwuchs dabei, aber auch ein paar schicke Schuhe, Lippenstift und Puder für mich, falls man doch noch mal schnell zum Kunden muss.


Und zum Abschluss: an manchen Tagen klappt es einfach nicht so wie man es sich vorstellt. Und das ist auch ok so. Bei einem vollgepackten Tag mit vielen externen Faktoren, die schief gehen können, bedarf es einfach etwas Flexibilität. Statt sich zu ärgern, Krone wieder richten und weitermachen.

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